Ich bekomme keine Luft.

Gefühlt.

Zu schnell, zu laut, zu viel, zu viel, viel zu viel.

Sei dies, sei das, tu dies, tu jenes.

Nie und nimmer genug.

Ich bekomme keine Luft.

Gefühlt.

Zu langsam, zu leise, zu wenig, zu wenig, viel zu wenig.

Sei nicht dies, sei nicht das, lass dieses, lass jenes.

Immer und immer und ewig zu wenig.

Das Herz und die Gedanken rasen,

vor Angst, vor Furcht, vor Panik.

Die Brust wird eng, das Atmen schwer und schwerer.

Es ist zu hell, zu grell, zu dunkel.

Es ist zu laut, zu leise, zu still.

Es ist zu früh, zu spät, zu jetzt.

Früher, später.

Hätte, sollte, wollte.

Sie ist zu dünn die Luft ganz unten,

der Tod schleicht schon umher.

Oder geht einem nur die Puste aus?

Den Tod freut’s umso mehr.

Im Todeskampf hilft dir nur eins.

Atmen.

Ein und Aus.

Immer weiter, unbeirrt.

Den Rest ertragen.

Die nackte Angst, die Enge, das laute Pochen.

Den Schweiß, den Schwindel, das Gewicht auf deiner Brust.

Atmen.

Wunderbare Zuflucht.

Warten.

Warten.

Warten.

Sekunden, Minuten, Stunden.

Und ganz von Selbst und irgendwann

— atmet es dich.

Bis dir die Luft wieder wegbleibt.

Zu viel dies, zu wenig das.

Und Luft holen. Bewusst. Rhythmisch.

Angst kann dich nicht töten.

Wenn du atmest lebst du.

Dein Ort der Zuflucht ist bei und mit dir.

Immer. 

Bis zum letzten Atemzug.

Caroline Hannah Oswald

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